Weltenklänge · Shunyata Shabda

Wissen

Warum die Wirkung jedes Mal anders sein kann

Zu allen Texten im Wissensbereich: Hier schreibe ich aus meiner eigenen Arbeit und Sicht.

Du hörst ein Stück zum dritten Mal, und es tut etwas völlig anderes als beim ersten Mal. Das ist kein Zufall und kein Mangel. Es gehört zur Sache.

Die nüchterne Hälfte der Antwort

Ein Teil davon ist schlicht Tagesform. Ob du müde bist oder Kaffee getrunken hast, ob du Ärger im Kopf hast oder frei bist, macht einen Unterschied. Manchmal schlummerst du sofort weg, manchmal hast du das Gefühl, die ganze Zeit voll da zu sein. Mehr dazu steht unter Optimale Anwendung.

Dazu kommt Gewöhnung. Beim ersten Hören ist dein Verstand noch mit der Musik selbst beschäftigt und sortiert Klänge. Später kennt er sie und lässt los. Deshalb kann ein Stück, das dich beim ersten Mal kaum berührt hat, beim vierten Mal etwas ganz anderes tun.

Die andere Hälfte

Damit ist es aber nicht erklärt, und ich will hier nicht bei der bequemen Hälfte stehenbleiben.

In meinem spirituellen Modell entwickelt jedes Stück beim Komponieren ein morphisches Feld, das ich zugleich als Bewusstseinsfeld erlebe. Ich deute das Hören deshalb nicht als Einbahnstraße vom Stück zu dir, sondern als Wechselwirkung zwischen diesem angenommenen Feld und dir. Wissenschaftlich nachgewiesen ist ein solches Feld von Musikstücken nicht.

Mit Wechselwirkung meine ich meine Beobachtung, dass die Erfahrung davon abhängt, wer gerade hört: von Zustand, Aufmerksamkeit, Erwartung und dem, was ein Mensch im Moment braucht. Das Feld ist meine spirituelle Erklärung dafür; Tagesform und Gewöhnung sind ebenfalls wichtige Einflüsse.

Das ist auch der Grund, warum ich dir nicht versprechen kann, was ein bestimmtes Stück bei dir auslöst. Ich kann sagen, worauf es ausgerichtet ist und mit welcher Absicht ich es geschrieben habe, was du daraus mitnimmst, entscheidet sich aber zwischen dir und dem Feld. Was ich mit Feld meine, steht unter Das Feld einer Klangreise.

Was das praktisch heißt

  • Erwarte beim zweiten Hören nicht dieselbe Erfahrung wie beim ersten.
  • Wenn dich ein Stück anspricht, bleib eine Weile bei ihm. Vertrautheit kann dein Erleben verändern, eine stetige Wirkungssteigerung ist aber nicht garantiert.
  • Wenn du nichts Besonderes wahrnimmst, ist auch das ein mögliches Ergebnis. Daraus lässt sich keine unbemerkte Wirkung ableiten.
  • Richte deine Absicht beim Hören auf das Feld dieses Stückes aus, wenn du magst. Nötig ist es nicht.

Drei Arten, wie es sich anfühlt

Manchmal versinkst du in einen traumähnlichen Einschlafzustand, manchmal schläfst du ein, und manchmal bemerkst du keine besondere Veränderung. Alle drei Erlebnisse sind möglich; ohne Messung oder systematische Befragung lässt sich daraus keine verborgene Wirkung ableiten.

Du musst meine spirituelle Erklärung nicht teilen. Entscheidend ist, was du tatsächlich wahrnimmst und ob dir die Musik in deiner Situation guttut.

Zurück zum Wissensbereich

Im Glossar nachlesen